• Journalismus und Einblicke zweier Kulturen...

    Einträge von Teresa Torres-Heuchel

    Über bolivianische Bücher und Literatur

    ¿Wer sind die aktuellen Protagonisten auf dem bolivianischen Verlagsmarkt? Mehr Titel, mehr Verlage, mehr Wettbewerbe und mehr Messen sind die Bestandteile eines der Kulturphänomene, die in den letzten Jahren in der lokalen Literatur am deutlichsten zu spüren waren. Unabhängig von den preisgekrönten Autoren ist der transzendentale Held der bolivianischen Literatur jedenfalls noch nicht erschienen, auch wenn er vielleicht schon in den Kinderschuhen steckt…

    Süße Crêperie

    La Crêperie, ein gemütlicher Ort, der verschiedene kulturelle Einflüsse vereint, um der Nachfrage einer Stadt gerecht zu werden, die offensichtlich immer offener gegenüber neuen Angeboten wird. Ein Plus für das Viertel von San Miguel, verführerisch für Gaumen und Auge; Treffpunkt von kleinen und großen Welten…

    Colonia del Sacramento: Fado da saudade

    Reisen wie mit 20 (Teil VI)

    Ich weiß, dass die Zeit nicht stehen bleibt/Die Zeit ist etwas Seltsames/Und die Menschen merken dies erst/wenn sie schon vorbei ist, wiederholt die portugiesische Sängerin Mariza in dem Fado „O Tempo Não Pára“. Der Text und die Melodie gingen mir nicht mehr aus dem Kopf, als ich die Altstadt von Colonia betrat. Eine kleine Stadt in Südamerika…so völlig aus dem Kontext gerissen! Sofort hatten wir das Gefühl, irgendwo in Portugal zu sein…

    Konversion

    Der Wassermangel in einer Stadt, die keine natürlichen Wasserquellen mehr hat, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat seine weniger sichtbare – und schlimmere Seite – in alltäglichen Aspekten wie die der persönlichen und häuslichen Hygiene…

    „El Vagón del Sur“ der bolivianischen Küche

    Die Zeit, das Engagement seiner Eigentümer und die Wertschätzung der typischen Speisen: eine Bewegung, die in Peru ihren Anfang nahm und Südamerika seit über einem Jahrzehnt durchquert taten ihr Übriges. Derzeit ist „El Vagón del Sur“ eine Referenz der bolivianischen Qualitätsküche; ein Ort, um ausländische Besucher einzuladen oder für das sonntägliche Familientreffen…

    Textilreise durch Bolivien

    Unter den Mitgliedern der Gemeinschaft der Layme im Norden Potosís wird das Prestige einer Frau an ihrer Webfähigkeit gemessen. Wenn die Männer eine Ehefrau suchen, wählen sie diejenige, die viele, gut gearbeitete Textilien trägt. Hinter den Mauern des kleinen Textilmuseums “Museo de Textiles Andinos Bolivianos” (MUTAB) im Stadtviertel Miraflores von La Paz finden sich diese ländlichen Realitäten zusätzlich zu den ausgestellten Kleidungsstücken, Textilien, überladen mit Symbolik in Farbe und Repräsentation; die wechselnde Ikonographie der bolivianischen Andenwelt…

    Wenn die bikulturelle Erziehung Geschichte macht

    Die Deutsche Schule in Santa Cruz de la Sierra wurde 1936 auf Initiative einer kleinen deutschsprachigen Gemeinde in einer Stadt mit 25 Tausend Einwohnern ins Leben gerufen, gelegen vor den Toren des Amazonas, in einem Land, das gerade einen Krieg hinter sich hatte. Ein abgeschiedener Ort für ein Land wie Deutschland, für das in eben diesen Jahren eine der unheilvollsten Epochen seiner Geschichte ihren Anfang nahm…

    Reiten im Land der Lamas

    Aber existiert denn eine Welt der Pferde auf 3.600 m Höhe? Ja, so seltsam das auch klingen mag, es gibt ein kleines Pferdereich auf einem Gelände, das eher mit Lamas zu harmonieren scheint. Es ist die Welt der Dressurschulen der Stadt, die Geschichte und Memoiren des lokalen Reitsports sowie die Dynamiken des Pferdean- und -verkaufs; jenes Unsichtbare bei den Reitturnieren am Wochenende, wo die Rosetten und Preise, die die Gewinner schmücken, nur den gegenwärtigen Moment aufzeigen…

    Buenos Aires ganz natürlich: Begegnung mit dem Tigre

    Reisen wie mit 20 (Teil V)

    An jenem Dezembertag war es bereits 5 Uhr nachmittags als wir uns auf den Rückweg machten und die Sonne sämtliche Ausblicke sanft vergoldete. Verlassene Boote und in die Jahre gekommene Villen, bedeckt von einem Hauch an Nostalgie und nur von ortsfremden Augen wahrzunehmen. Das Treiben, das an einem Sonntagnachmittag, der für uns hätte ewig andauern können, langsam zur Ruhe kam. Die Gegenwart, die Vergangenheit, die Zukunft ohne Grenzen in dieser unsichtbaren Atmosphäre an den Ufern des Tigre…

    Salta, San Lorenzo und Weinspritzer

    Reisen wie mit 20 (Teil IV)

    Es war fast Mittag und es gab reichlich in einheitliche weiße Kittel gekleidete Schülergruppen, die sicherlich auf dem Heimweg waren. Salta, wenn auch kolonial, hatte etwas von einer großen Stadt aus dem bolivianischen Süden oder dem chilenischen Norden: Hauptstraßen voll lärmendem Handel und ruhigen Geschäften, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Ich konzentrierte mich auf die hübschen Frauen, die die Kraft eines Erdbebens in ihrem Blick einzufangen schienen. Am Nachmittag besuchten wir ein paar interessante historische Stätten. Vor allem aber suchten wir Schatten in der Vergangenheit auf der Flucht vor der Sonne der Gegenwart, die einen zwang, an einem kühlen Ort Zuflucht zu nehmen…

    Andenzuggeschichten

    Reisen wie mit 20 (Teil III)

    Unser Zug fuhr stetig bergab und wand sich zwischen Wänden aus rötlicher Erde und Steinen hindurch. Manchmal fuhren wir über kurze enge Passagen und manchmal grüßte uns ein dunkler Fluss, der uns mit dem Glitzern seines Wassers zu begleiten schien. Die Berge nahmen bereits Farbe an, während ihre Schatten von der Sonne verschlungen wurden. Die Cañons und die steilen Wände verschlangen uns. Ein wolkenloser Himmel im morgendlichen Blau, das dem Licht langsam nachgab. Wir vernahmen die Stahlschlange in vollem Gange. Die versprochene Landschaft lag vor uns: „Am Río de La Plata“ und seine ganze Szenerie…

    Mit dem Rucksack und Bus auf der bolivianischen Hochebene

    Reisen wie mit 20 (Teil II)

    Der Nachmittag strahlte vor Sonne und die Temperatur im Bus heizte sich auf. Wir fuhren weiter, ohne das Stadtgebiet von El Alto zu verlassen, allerdings kamen wir jetzt schneller voran auf einer Straße, die von hohen, unverputzten Backsteinhäusern und anderen, niedrigeren und ärmlicher wirkenden Häusern gesäumt war, Wohnstätten aus Lehmziegeln und mit politischen Manifesten bekritzelte Wände. Ich ging davon aus, dass das wohl so sein musste: In Bolivien atmet man die Politik ein und die Mauern der armen Viertel schwitzen Parteilichkeit aus…

    Reisen wie mit 20

    Reisen wie mit 20 (Teil I)

    Es war Dezember 2012 und ich hatte den Rucksack bereits parat. Von La Paz aus über Oruro und den Salzsee von Uyuni in Bolivien, Salta und Buenos Aires in Argentinien bis Colonia del Sacramento in Uruguay. Über 2.500 Kilometer auf Straßen, Schienen und Flüssen. Zu Beginn dieser Fahrt war es unmöglich abzusehen, dass das Schicksal uns kurz vor Weihnachten als ein Augenzwinkern bzw. Geschenk des Lebens eine „biblische Erfahrung“, im Format des 21. Jahrhunderts, bereit halten würde. Aber jetzt lieber Schritt für Schritt…

    Deutsch: dominierende Fremdsprache in Bolivien?

    Nach 62 Jahren, in denen sich die demografischen Statistiken des Landes nicht um Fremdsprachen kümmerten, brachte die Volkszählung 2012 eine Überraschung und eine Neuheit: Deutsch ist die in der Kindheit meist gelernte Sprache und die zweithäufigst gesprochene Fremdsprache im neuen Plurinationalen Staat Bolivien, ein Land, in dem 36 einheimische Sprachen gesprochen werden und 28 Fremdsprachen präsent sind…

    Daniel Kehlmann: „Die Vermessung der Welt“

    Eine Zeitreise durch 16 Kapitel, in der die bedeutendsten Ereignisse, Orte und Leidenschaften im Leben zweier historischer Persönlichkeiten angeführt werden: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Daniel Kehlmann präsentiert diese beiden Figuren in sich abwechselnden Episoden, aber einer fortlaufenden Geschichte, in der mehr als ein Höhepunkt erreicht wird. Für den Expat beschreibt das Buch Situationen und Empfindungen wie die von Menschen, die lange Zeit von ihrer Muttersprache und Kultur distanziert leben, und für den Reisenden des 21. Jahrhunderts eröffnet sie Szenarien, die noch immer Fantasien wecken. So hält „Die Vermessung der Welt“ dem Lauf der Zeit stand und bleibt ein Buch, das die Magie lebendig hält…

    Lateinamerika und Bolivien im Berliner Audio

    Lateinamerika erneuert sich in seiner Musik und die bolivianischen Klänge – vor allem die von La Paz – geben bei Radio Byte in Berlin, im Programm Beleza, durch das die Journalistin Camila Hildebrandt führt, den Ton an. Bei einem ihrer Besuche verschiedener Länder des Kontinents führte sie ein Interview mit Catalina García, der Stimme von Monsieur Periné, einer kolumbianischen Band, die von den Latin Grammy Awards als „Bester neuer Künstler 2015“ ausgezeichnet wurde. Seit dieser Preisverleihung nähert sich Beleza der neuen lateinamerikanischen Musikszene, wo die Bolivianer Nación Rap, Efecto Mandarina und Mayra Gonzales gehört werden…

     

     

     

     

     

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