• Journalismus und Einblicke zweier Kulturen...

    Einträge von Franziska Sörgel

    Das Landleben – (k)eine Idylle?

    Die Typen, die den Konflikt in „Unterleuten“ von Juli Zeh schüren, sind teilweise internationale Prototypen, wie der Immobilienspekulant und die in sich verkrochene Ehefrau. Doch viele andere sind richtig typisch deutsche Geschöpfe: Die Gewinner und Verlierer des Mauerfalls, alt gewordene Ideologen der 1968er Generation, hauptamtliche WG-Bewohnerinnen, blonde Pferdenärrinnen, Berliner Großstadthipster und Vogelschützer. Von all diesen Typen kenne ich genügend persönlich, um sagen zu können, dass es keine literarischen Übertreibungen sind. Es steckt also auch ein Reiseführer für zeitgenössische deutsche Charaktere in dem Buch…

    Kommt Zeit, kommt Rad

    Mit dem Fahrrad von Stadt zu Stadt zu fahren ist ein großer Urlaubssport in Deutschland geworden. Das Radreisen ist eine eigene Branche geworden und das überregionale Wegenetz gut ausgebaut. Es gibt eigene Radlerhotels mit Unterstellmöglichkeiten und Reparaturwerkstatt…

    Alle(s) hinter Sankt Martin

    In vielen europäischen Ländern ist der elfte November der Sankt Martinstag, ein Tag voller eigentümlichen Riten für Kinder und Erwachsene, der an den christlichen Heiligen Martin von Tours erinnert. Dafür versammeln sich im Schatten der Dunkelheit die Kleinen mit Papierlaternchen und singen durch die Straßen. Was steckt hinter diesen Ritualen…?

    Diese Katze ist kein Haustier

    Wenn man sich im Supermarkt die Verpackungen von Katzenfutter ansieht, bekommt man den Eindruck, Katzen würden in Deutschland aus Pralinenschachteln gefüttert werden. Zu einem großen Ausmaß dürfen sie auch mondäne Ansprüche an ihre Besitzer stellen, daher sagt ein zweites Sprichwort: „Katzen haben kein Herrchen sondern Personal“…

    Kommen? Gehen? Bleiben?

    Sicher kennen einige Oliver Masucci, den Protagonisten des Kinofilms „Er ist wieder da“. Ein Film über das Wiedererscheinen Adolf Hitlers in Deutschland. Er läuft diese Woche in manchen Kinos gleichzeitig mit Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“. Der dritte Film der Woche heißt „Vor der Morgenröte“ und zeigt den Exodus der deutschen Schriftsteller zur Nazizeit am Beispiel Stefan Zweigs in Brasilien…

    Wie geht es eigentlich der Musik?

    Es soll Bands geben, die nur noch auf iPads spielen – sie benutzen sie als Bongos und Cajones, als Klavier und viele Instrumente mehr. Fest entschlossen, mich den neuen rhythmischen Tendenzen anzunähern, stellte ich nach all den Erfahrungen fest, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt, wo sich die Technik der Alltags mit der der Musik vermischt, gar keinen Beethoven mehr benötigen…

    Das Taschengeld

    Wenn Sie also im Juwelierladen einen Achtjährigen dabei beobachten, wie er seine EC-Karte auf den Tresen flippt, hat er sie nicht zwangsläufig vorher seiner Oma geklaut. Es kann durchaus seine eigene sein. Der Juwelier wird vermutlich trotzdem nichts rausrücken. Viele Händler haben eine selbstgesetzte Grenze von etwa 20 Euro vereinbart, über der sie nichts an Kinder abgeben, die ohne ihre Eltern einkaufen, auch wenn es deren eigenes Geld ist…

    Winterwochenende

    Was die Aktivitäten am Wochenende in der kalten Jahreszeit angeht muss man wissen, dass es in Deutschland zwei Winter gibt: den vor und den nach Weihnachten. Im Ersteren – für viele der Unterhaltsamere – geht man am Wochenende sehr gerne auf Weihnachtsmärkte. Der zweite Winter, der nach Weihnachten, ist langweiliger. Dass die schönere Hälfte des Winters vorbei ist, merkt man daran, dass die Bundesliga in die Winterpause geht. Die klassische Indoor-Beschäftigung bei niedrigen Temperaturen ist das Museum…

    Das Abendbrot

    Brot ist das zentrale Nahrungsmittel beim „deutschen Abendbrot“. Gegen 18:00 Uhr, zwischen der letzten Stunde des Nachmittags und der ersten des Abends, nimmt es am Tisch Platz – in einem kleinen Körbchen. Das Brot erscheint in dünnen Scheiben, begleitet von einem Teller mit Wurst und Käse, einem anderen mit Vitaminen in Form von Gurken, Tomaten oder Rübchen. Auch eine Pastete darf dabei sein, aus Geflügel oder Gemüse…

    „Ruhm“ von Daniel Kehlmann

    Daniel Kehlmann, den man auch verfilmt hat, nur mühsamer, traut sich hingegen, seine Figuren wieder mit Gefühlen zu beschreiben: Jemand „wundert sich“ und rollt nicht „mit den Augen“, in einem anderen „flammt Empörung auf“ und er ballt nicht „die Faust“…

    Wie futsch ist Köln?

    Während großer Veranstaltungen gibt es „zeltartige Schutzzonen für Frauen“, in die man sich zurückziehen kann. Es hängen jetzt überall diese Plakate: „Taschen zu und Augen auf“. Etwas mit der „Schreckensnacht von Köln“ Vergleichbares will man zukünftig mit aller Macht verhindern. In dieser Hinsicht sind sowohl Frauenverbände als auch Polizei zuversichtlich. Davon profitieren jedoch weniger die Touristinnen als die gesamte deutsche Gesellschaft…

    Vom Pauker zum Lern-Consultant

    Lernen in Digitalien (Teil III)

    Wenn sie von Digitalisierung sprechen, verwenden Poltiker gerne den Begriff „Chancengerechtigkeit“. Zugegebenermaßen können einige bestehende Unterschiede nivelliert werden: Auf dem Land kann beispielsweise die gleiche Vielfalt an Lernprogrammen angeboten werden wie in der Stadt. Soviel zu den Möglichkeiten. Gleichheit könnte auf der Ebene der Länder und Staaten tatsächlich erreicht werden, wenn weltweit jedem Kind gleicher Zugang zu allem verfügbarem Wissen gewährt werden würde. Dies würde im übrigen auch den Übergang zu internationalen Studiengängen erleichtern. Doch davor stehen noch viele Fragezeichen…

    Das geflippte Klassenzimmer

    Lernen in Digitalien (Teil II)

    Nach alter Ordnung wird neuer Stoff in der Schule erklärt und in den Hausaufgaben, alleine, geübt. Schüler, die den Stoff nicht gut verstanden haben, sitzen den Übungsaufgaben zu Hause frustriert und ohne Hilfe gegenüber, geben auf und kommen unvorbereitet in den Unterricht. Anders herum, im Flipped classroom, erarbeiten sich die Schüler ein neues Thema zu Hause anhand von Internetrecherchen oder Lernvideos auf YouTube, die sie jederzeit ansehen, stoppen und wiederholen können. Fragen dazu bringen sie am nächsten Tag in den Unterricht mit, wo sie das neue Wissen üben, mit dem Lehrer als kompetentem Berater an ihrer Seite…

    Auf Safari im Bildungscamp

    Lernen in Digitalien (Teil I)

    Es müsste ein straffer Fünfjahresplan in Deutschland eingehalten werden, wenn es nicht abrutschen will in ein Land der digitalen Handlanger. Das New Media Consortium in Texas legt in seinen Horizon Reports Digitalisierungsziele für 195 Länder vor. Bolivien ist auf der Landkarte des Instituts nicht erfasst. Für Deutschland sieht das Konsortium innerhalb von fünf Jahren einen Durchmarsch durch drei Digital-Niveaus vor: Vom mediengestützten Tafelunterricht über die Gamification bis zum personalized learning, dem ganz speziell angepassten Lernprogramm, das jedes Kind optimal fördert. Ein sportlicher Plan…

    „Landnahme“ von Christoph Hein

    In jeder Zeitung Deutschlands findet man dieser Tage das Wort „Flüchtlinge“ auf den ersten Seiten. Ein Buch, das die Verbindung zwischen dem Wort „Flüchtling“ und dem eigenen Hantieren besonders handfest beschreibt möchte ich zu diesen Tagen empfehlen. Es zu lesen bringt außerdem Ruhe in diese aufgeregten Tage…

    Mein Radio-Tagebuch

    Mein Radiotagebuch dieser Woche startet auf Deutschlandradio Kultur mit dem Bericht über Ganesh Chaturthi, dem Geburtstag des indischen Elefantengottes. Der Reporter berichtet aus Mumbai, wie aus einem Klumpen Dreck ein Elefant geformt, geschmückt, gefeiert und dann in den Fluss geworden wird, als Sinnbild und Zeichen für das Leben und Vergehen alles Irdischen….

     

     

     

     

     

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